12.02.06 19:42 Alter: 12 Jahre

Wollseifen als „Ort des stillen Gedenkens“

Von: Kölnische Rundschau, Irene Lange

GEMÜND. Ziel der vor rund einem Jahr ins Leben gerufenen Bürgerstiftung Nationalpark Eifel ist es, die Entwicklung des Nationalparks und der umliegenden Gebiete zu fördern. Dazu haben sich bereits 28 Geschäfts- und Privatleute bereit gefunden, nicht nur aus der Region, sondern beispielsweise aus Köln oder Koblenz. Teils mit beträchtlichen Beträgen sind sie als Stifter oder Spender aufgetreten.

 

Dabei war der Start dieser Stiftung aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht ganz leicht, wie Stiftungsvorsitzender Hermann-Josef Mießeler anlässlich der ersten Sitzung nach der Gründungsversammlung am Freitag im Hotel Friedrichs in Gemünd feststellte. Es fehlte an Informations- und Werbematerial, um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Dennoch gelang es, eine beachtliche Anzahl Spender und Stifter zu gewinnen. Gestiftete Gelder werden fest angelegt, während Spenden gleich verwendet werden können. Ab 500 Euro gibt es dafür eine von Tiermaler Conrad Franz gestiftete und gestaltete Urkunde. Mittelspecht, Wildkatze, Uhu und Schwarzstorch sind u. a. darauf dargestellt. Den Druck übernahm kostenlos die Druckerei Rosenbaum aus Zingsheim. Die ersten Stiftungsurkunden wurden durch Hermann-Josef Mießeler überreicht.

Zur Vorsitzenden der Stiftungsversammlung wurde Marie-Theres Fischer vom Wildgehege Hellenthal gewählt. Peter Dürholt aus Euskirchen wurde stellvertretender Vorsitzender und Wolfgang Fischer, Ehemann der Vorsitzenden, Schriftführer.

In Abstimmung zwischen Nationalparkverwaltung und Förderverein wurde zunächst ein gemeinsames Logo entwickelt. Von Anfang an stand die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Einrichtungen und Institutionen in und um den Nationalpark im Vordergrund. Verhandlungen und Gespräche zur Finanzierung einiger Projekte wurden geführt. Mießeler konnte in seinem Tätigkeitsbericht über erste Erfolge berichten. Die Chancen für eine positive Entscheidung bezüglich der Bewilligung von Zuschüssen für drei Projekte seien als sehr gut zu bezeichnen. Nach längeren Verhandlungen und mit großer Unterstützung von Professor Dr. Wolfgang Schumacher von der NRW-Stiftung wurde empfohlen, vorrangig einen Zuschuss statt einer Zustiftung zu beantragen, um sofort Projekte verwirklichen zu können.

Beim ersten Projekt handelt es sich um die Wüstung Wollseifen. Ziel des Projektes ist, Wollseifen als einen „Ort des stillen Gedenkens“ zu erhalten. Zu sichern ist dafür der Bestand des Kirche, in der eine Dokumentation die Geschichte des Ortes zeigen soll. Die Gestaltung soll in enger Zusammenarbeit mit dem Traditionsverein Wollseifen erfolgen. Die Gesamtkosten werden sich auf voraussichtlich 180 000 Euro belaufen, wobei der in Aussicht gestellte Zuschuss ca. 140 000 Euro betragen wird. Die restliche Finanzierung soll über Eigenleistungen erfolgen, wobei der Traditionsverein nicht nur sehr dankbar für dieses Projekt ist, sondern auch Unterstützung durch ehrenamtliche Mitarbeit zusagte.

Erlebnispfad in der Natur

Ein zweites Projekt ist die Mitwirkung an der Errichtung eines Naturerlebnispfads am Ortsrand von Gemünd in Malsbenden mit einer Urftüberquerung, um so ein einmaliges Gebiet im Nationalpark zugänglich zu machen. Damit würde der Bevölkerung und den Besuchern des Nationalparktores in Gemünd ein kurzer Rundweg in den Nationalpark eröffnet. Zu den Gesamtkosten von etwa 200 000 Euro ist ein 50-prozentiger Zuschuss beantragt.

Das dritte Projekt mit einem Zuschuss von 20 000 Euro an die Bürgerstiftung dient der Entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit: Faltblätter, Internet, Werbeaktionen usw.